HDL-Cholesterin

HDL ist im Volksmund als „gutes“ Cholesterin bekannt. Diese Abkürzung steht für „High-Density-Lipoproteins“ und bedeutet übersetzt „Lipoproteine hoher Dichte“. HDL-Partikel sind schwerer als LDL-Teilchen und weisen einen niedrigen Cholesterinanteil auf. Als zweiter Haupttransporteur des Cholesterins transportieren diese Fett-Eiweiß-Verbindungen das überschüssige Cholesterin, das in den Organen und Körperzellen nicht mehr benötigt wird, als so genanntes HDL-Cholesterin zurück zur Leber.

Die folgende Tabelle informiert Sie über die Einteilung der HDL-Cholesterin-Spiegel anhand ihrer entsprechenden Werte:

Plasmalipid Niedrige Werte Hohe Werte
HDL-Cholesterin < 40 mg/dl
(< 1,0 mmol/l)
> 60 mg/dl
(> 1,6 mmol/l)
(Quelle: Third Report of the National Cholesterol Education Program (NCEP) Expert Panel on Detection, Evaluation and Treatment of High Blood Cholesterol in Adults (Adult Treatment Panel III))

Nachfolgend finden Sie ein Beispiel, wie Ihr HDL-Cholesterin-Spiegel auf dem Laborbericht einer Blutuntersuchung dargestellt sein kann:

Die Blutuntersuchung ergibt, dass der HDL-Cholesterol-Wert des Patienten 1,9 mmol/l beträgt. Laut den von dem Labor herangezogenen Richtlinien sollte er über 0,9 mmol/l liegen.

Verglichen mit LDL hat das HDL die umgekehrte Wirkung: es steuert der Gefäßverengung entgegen, indem es überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen in die Leber abtransportiert. Diese wandelt das überschüssige Cholesterin in nützliche Gallensäuren um. Diese Gallensäuren erleichtern die Verdauung der Nahrungsfette, indem sie die Nahrungsfette auflockern und den Angriff von fettspaltenden Enzymen begünstigen. Danach werden sie über den Darm mit dem Stuhl ausgeschieden.

Auf diese Weise wirkt das HDL-Cholesterin einer Athero- bzw. Arteriosklerose entgegen – es wirkt „anti-atherogen“ – und wird deshalb oft als das „gute“ Cholesterin bezeichnet.

LDL und HDL sind Gegenspieler.

Der Blutwert des HDL-Cholesterins sollte daher möglichst hoch sein. HDL-Teilchen sind der körpereigene Schutzfaktor gegen erhöhte LDL-Cholesterin-Werte!

Ein erniedrigter HDL-Cholesterin-Spiegel (im Allgemeinen unter 40 mg/dl bzw. 1,0 mmol/l) kann verschiedene Ursachen haben:

  • Übergewicht bzw. Fettleibigkeit
  • Bewegungsmangel, fehlende körperliche Aktivität
  • Rauchen
  • Typ 2-Diabetes

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Neben den oben dargestellten NCEP-Richtlinien für den HDL-Cholesterin-Spiegel gibt es Richtwerte von weiteren, international anerkannten Gesundheitsorganisationen, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen. Die Richtlinien geben an, wie hoch der HDL-Cholesterinwert sein soll. Frauen wird ein höherer HDL-Wert empfohlen als Männern.

Diese Werte berücksichtigen zum Teil bereits bestehende Risikofaktoren entsprechend ihrer Risikoeinstufung und Vorerkrankungen des Patienten:

Richtlinien der American Heart Association (AHA)

Richtlinien zur Vorbeugung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Frauen (2007)
Risikoeinstufung HDL-Cholesterin
Normales Risiko > 50 mg/dl
(> 1,3 mmol/l)

Richtlinien zur Vorbeugung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung für Patienten mit bereits vorhandenem Diabetes mellitus (2006)
Risikofaktor HDL-Cholesterin
Diabetes mellitus > 40/50 mg/dl
(> 1,0/1,3 mmol/l)

Richtlinien zur Vorbeugung für Patienten mit Metabolischem Syndrom (2006)
Risikoeinstufung HDL-Cholesterin
Niedriges Risiko > 40/50 mg/dl
(> 1,0/1,3 mmol/l)
Moderates Risiko > 40/50 mg/dl
(> 1,0/1,3 mmol/l)
Moderat hohes Risiko > 40/50 mg/dl
(> 1,0/1,3 mmol/l)
Hohes Risiko > 40/50 mg/dl
(> 1,0/1,3 mmol/l)

Zusammenfassend kann zu den AHA-Richtlinien gesagt werden, dass das „gute“ HDL-Cholesterin bei Männern über 40 mg/dl (> 1,0 mmol/l), bei Frauen hingegen bei Werten über 50 mg/dl (> 1,3 mmol/l) liegen sollte.

Richtlinien der European Society of Cardiology (ESC)

Plasmalipid Empfohlene Werte
HDL-Cholesterin Männer:
> 40 mg/dl (> 1 mmol/l)

Frauen:
> 46 mg/dl (> 1,2 mmol/l)

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