LDL-Cholesterin

LDL ist im Volksmund als „schlechtes“ Cholesterin bekannt. Die Abkürzung steht für „Low-Density-Lipoproteins“ und bedeutet „Lipoproteine geringer Dichte“. LDL sind leichte Lipoprotein-Partikel mit hohem Cholesterinanteil. Als einer der beiden Haupttransporteure für Cholesterin transportieren sie es als so genanntes LDL-Cholesterin zu den einzelnen Organen bzw. Körperzellen.

Die folgende Tabelle informiert Sie über die Einteilung der LDL-Cholesterin-Spiegel anhand ihrer entsprechenden Werte:

Plasmalipid Optimale Werte Normalwerte Grenzwerte Hohe Werte Sehr hohe Werte
LDL-Cholesterin < 100 mg/dl
(< 2,6 mmol/l)
100 – 129 mg/dl
(2,6 – 3,3 mmol/l)
130 – 159 mg/dl
(3,4 – 4,1 mmol/l)
160 – 189 mg/dl
(4,1 – 4,9 mmol/l)
≥ 190 mg/dl
(> 4,9 mmol/l)
(Quelle: Third Report of the National Cholesterol Education Program (NCEP) Expert Panel on Detection, Evaluation and Treatment of High Blood Cholesterol in Adults (Adult Treatment Panel III))

Nachfolgend finden Sie ein Beispiel, wie Ihr LDL-Cholesterin-Spiegel auf dem Laborbericht einer Blutuntersuchung dargestellt sein kann:



Die Blutuntersuchung ergibt, dass der LDL-Cholesterol-Wert des Patienten 2,8 mmol/l beträgt. Laut den von dem Labor herangezogenen Richtlinien sollte er unter 3,9 mmol/l liegen.

Liegt LDL-Cholesterin in zu hoher Konzentration im Blut vor, so setzt es sich an den Wänden der Blutgefäße ab. Diese Ablagerungen verstopfen auf Dauer die Gefäße und behindern den Blutstrom (Athero- bzw. Arteriosklerose). In der Fachsprache wird LDL-Cholesterin daher als „atherogen“ bezeichnet, weil es die Entstehung einer Arteriosklerose begünstigt. Daher wird das LDL-Cholesterin oft als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet.

Der Blutwert des LDL-Cholesterins sollte möglichst niedrig sein.

Neben den oben dargestellten NCEP-Richtlinien für den LDL-Cholesterin-Spiegel gibt es Richtwerte von weiteren, international anerkannten Gesundheitsorganisationen, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen. Die Richtlinien geben an, wie hoch der LDL-Cholesterin-Wert sein darf.

Diese Werte berücksichtigen bereits bestehende Risikofaktoren entsprechend ihrer Risikoeinstufung und Vorerkrankungen des Patienten:

Richtlinien der American Heart Association (AHA)


Richtlinien zur Vorbeugung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Frauen (2007)
Risikoeinstufung LDL-Cholesterin
Normales Risiko < 100 mg/dl
(<2,6 mmol/l)
Hohes Risiko < 70 mg/dl
(< 1,8 mmol/l)

Richtlinien zur Vorbeugung für Patienten mit koronarer und weiterer atherosklerotischer Kreislauf-Erkrankung (2006)
Risikofaktor LDL-Cholesterin
KHK bzw.
atherosklerotische Kreislauferkrankung
Richtwert für alle Patienten mit den links genannten Risikofaktoren:
< 100 mg/dl
(< 2,6 mmol/l)
KHK bzw. atherosklerotische Kreislauferkrankung Richtwert für ein sinnvolles Behandlungsergebnis aller Patienten mit den links genannten Risikofaktoren:
< 70 mg/dl
(< 1,8 mmol/l)

Richtlinien zur Vorbeugung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung für Patienten mit bereits vorhandenem Diabetes mellitus (2006)
Risikofaktor LDL-Cholesterin
Diabetes mellitus < 100 mg/dl
(<2,6 mmol/l)

Richtlinien zur Vorbeugung für Patienten mit Metabolischem Syndrom (2006)
Risikoeinstufung LDL-Cholesterin
Niedriges Risiko < 160 mg/dl
(< 4,1 mmol/l)
Moderates Risiko < 130 mg/dl
(< 3,4 mmol/l)
Moderat hohes Risiko < 130 mg/dl
(< 3,4 mmol/l)
Hohes Risiko < 100 mg/dl
(< 2,6 mmol/l)

Richtlinien der European Society of Cardiology (ESC)

Plasmalipid Zielwerte
LDL-Cholesterin Patienten ohne Risikofaktoren:
< 115 mg/dl (< 3 mmol/l)

Patienten mit Risikofaktoren (klinisch manifeste Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes mellitus):
< 100 mg/dl (< 2,5 mmol/

 

Richtlinien der International Atherosclerosis Society (IAS)

Die IAS gibt für das LDL-Cholesterin Ziel- und Interventionswerte an. Bei Überschreiten dieser Interventionswerte wird ein therapeutisches Einschreiten empfohlen.

Plasmalipid Zielwerte Interventionswerte
LDL-Cholesterin Hochrisikopatienten:
< 100 mg/dl (< 2,6 mmol/l)

Patienten mit intermediärem Risiko:
< 130 mg/dl (< 3,4 mmol/l)

Patienten mit niedrigem Risiko:
< 160 mg/dl (< 4,1 mmol/l)

Patienten ohne Risikofaktor:
≥ 190 mg/dl (≥ 4,9 mmol/l)

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