Sonntag, 5. September 2010 Sitemap
Patienten
Lexikon Fettstoffwechsel und seine Störungen Drucken

Begriff

Definition

„-ämie“Im Blut befindlich, die Blutzusammensetzung betreffend. Beispiel: Hypertriglyceridämie = „Erhöhter Triglycerid-Spiegel im Blut“
Abdomen Bauchregion
AHAAmerican Heart Association: Die American Heart Association ist eine US-amerikanische Gesundheitsorganisation, deren Auftrag es ist, durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall bedingte Beeinträchtigung, Behinderung und Tod zu vermindern.
Akronym
Aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Wort.
akut
Plötzlich auftretend, mit heftigem und kurz andauerndem Verlauf (im Gegensatz zu chronisch).
Angina pectoris
„Brustenge“. Die mit einem akuten Koronarsyndrom einhergehenden moderaten bis heftigsten Schmerzen unterschiedlicher Lokalisation (häufig Brustbereich, linker Arm und Unterkiefer), oft auch von Luftnot begleitet.
Angioplastie
Aufdehnung von Gefäßen mit Hilfe eines Katheters (röhrenförmiges Instrument zur Einführung in Hohlorgane), bspw. zur Dehnung von verengten Herzkranzgefäßen
Anionenaustauscher
Ein Ion ist ein elektrische geladenes Atom oder Molekül. Ein negativ geladenes Ion heißt Anion.

Bei der Therapie der Hypercholesterinämie (siehe dort) verwendet man Anionenaustauscher, um negativ geladene Gallensäuren im Darm zu binden (im Austausch gegen beispielsweise Citronensäure).

Dadurch wird der Leber-Darm-Kreislauf (enterohepatischer Kreislauf) der Gallensäuren gehemmt, die Leber muss vermehrt Gallensäuren aus Cholesterin herstellen und der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.
Apoplex Schlaganfall durch Gefäßverschluss oder Blutung. Ein Schlaganfall hinterlässt oft bleibende Hirnschäden und kann lebensbedrohlich sein.
Apolipoproteine Apolipoproteine sind Eiweißkomponenten der Lipoproteine (siehe dort). Sie binden unter anderem an die jeweilige Zielzelle (Bindung an Membranrezeptoren), wodurch die Aufnahme der Lipoproteine in die Zelle und deren Verstoffwechslung ermöglicht wird.
Atherosklerose/ Arteriosklerose Unter Arteriosklerose (auch Atherosklerose, umgangssprachlich auch Arterienverkalkung genannt) versteht man eine Systemerkrankung der Schlagadern (Arterien), die zu Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßwänden führt. Wörtlich übersetzt heißt Arteriosklerose bindegewebige Verhärtung der Schlagadern.

Das tückische an dieser allgemeinen Erkrankung des Arteriensystems ist, dass sie sich langsam entwickelt und über Jahre und Jahrzehnte symptomlos verläuft, bis sie sich bspw. durch Angina Pectoris (siehe dort), Herzinfarkt (siehe dort), Schlaganfall oder plötzlichen Tod manifestiert.

An den Folgen von Arteriosklerose sterben die meisten Menschen in den westlichen Industrienationen.
Body Mass Index (BMI) Quotient aus Körpergewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in m2. Der Quotient wird zur Beurteilung der Körpermasse eingesetzt, wobei der normale/ideale BMI zwischen 20 und 25 liegt.
Bypass-OP Überbrückung einer Gefäßverengung durch ein zusätzliches Gefäß oder Implantat. Dient der Wiederherstellung der Blutzirkulation in dem betroffenen Areal, z. B. Herz-Bypass bei verengten Koronarien.
Cholesterin Als Unterklasse der Lipide ist Cholesterin eine körpereigene Grundsubstanz und ein lebenswichtiger Stoff, der hauptsächlich in der Leber produziert wird.

1 bis 2 Gramm täglich vom Körper gebildetes Cholesterin decken den gesamten Eigenbedarf ab. Das Cholesterin übernimmt im Körper viele wichtige Funktionen wie Aufbau stabiler Zellmembranen oder Mitbeteiligung an der Bildung verschiedener Hormone. Es ist außerdem unverzichtbarer Bestandteil der Gallensäuren und wird für die Bildung von Vitamin D benötigt.
Compliance
Bereitschaft der Patienten zur Mitarbeit (z. B. Zuverlässigkeit, mit der therapeutische Anweisungen befolgt werden = „Verordnungstreue“).
CSE-Hemmer
CSE-Hemmer zählen zu den wichtigsten lipidsenkenden Medikamenten. Als Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer (CSE-Hemmer) blockieren sie die Synthese von Cholesterin in der Leber über die Hemmung eines dafür notwendigen Enzyms.

Zu den CSE-Hemmern zählen die so genannten Statine.
DGVS
Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
Disaccharid
Aus zwei Einfachzucker (Monosaccharid)-Molekülen zusammengesetzter Zucker
Dyslipidämie
Fettstoffwechselstörung
Endogen
Im Körper selbst entstanden
Erythrozyten
Rote Blutkörperchen. Enthalten Hämoglobin, das für den Transport von Sauerstoff aus der Lunge in die verschiedenen Körpergewebe wichtig ist.
Exogen
Durch äußere Ursachen entstanden, von außen in den Körper eingeführt.
FD
Fettreiche Diät
Fibrate
Als Lipidsenker senken Fibrate in erster Linie die Triglyceride im Blut. In geringerem Maß senken sie auch das LDL-Cholesterin. Außerdem erhöhen Fibrate das gefäßprotektive HDL-Cholesterin.

Fibrate werden auch als PPARα-Agonisten (Peroxisomen-Proliferator-aktivierter-Rezeptor-α) bezeichnet, d.h. sie wirken wie PPARα.

PPARα sind an der Regulation von Fettsäure-Aufnahme und -Oxidation, an Entzündungsprozessen und Gefäßfunktionen beteiligt. Sie befinden sich in Geweben mit aktivem Fettstoffwechsel wie Leber, Niere, Herz und Skelettmuskeln.
FFA, FFS
Freie Fettsäuren
gastrointestinal
Magen und Darm betreffend
Gefäßendothel
Zellschicht, die die Blutgefässe auskleidet.
Genetische Disposition
Erbliche Veranlagung
Glukagon
Von den Alpha-Inselzellen der Bauchspeicheldrüse produziertes Peptidhormon, Vorstufe ist das „Proglukagon“. Funktion: Gegenspieler des Insulins.
Glykoproteine Eiweiße mit Kohlenhydratanteil. Zu den Glykoproteinen gehören z.B. die meisten Eiweißstoffe des Blutplasmas (Plasmaproteine) sowie die Proteine der Zellmembran.
HbA1c HbA1c wird auch als Glykohämoglobin bezeichnet und ist eine veränderte Form des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin = Hb), da sich Glukose angebunden hat und kein lebenswichtiger Sauerstoff mehr transportiert werden kann. Daher sollte der HbA1c möglichst niedrig sein. Der prozentuale Anteil des HbA1c dient als Maß, wie gut der Blutzucker eingestellt ist.
HDL, LDL, VLDL High-Density, Low-Density-, Very-Low-Density-Lipoproteins: Transportproteine für Cholesterin mit unterschiedlicher Bedeutung für die Atherosklerose-Entstehung
Herzinfarkt Der Herzinfarkt oder Myokardinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens. Es handelt sich um Absterben oder kompletten Gewebsuntergang (Infarkt) von Teilen des Herzmuskels (Myokard) auf Grund einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße, die in der Regel länger als 20 Minuten besteht.
Leitsymptom des Herzinfarktes ist ein plötzlich auftretender, mehr als 20 Minuten anhaltender und meist starker Schmerz im Brustbereich, der in die Schultern, Arme, Unterkiefer und Oberbauch ausstrahlen kann. Er wird oft von Schweißausbrüchen, Übelkeit und evtl. Erbrechen begleitet.
Hypercholesterinämie Erhöhte Konzentration von Cholesterin im Blut. Vorkommen z. B. als familiäre oder erbliche Hypercholesterinämie, als sekundäre Hypercholesterinämie in der Folge von Stoffwechselstörungen.
Hyperglykämie
Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Vorkommen z. B. bei Diabetes mellitus oder Insulinresistenz.
Hyperlipidämie
Form der Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der Blutfette (erhöhte Konzentration von Triglyceriden und Cholesterin). Zur medikamentösen Behandlung werden bspw. Lipidsenker angewendet.
Hypertriglyceridämie
Erhöhte Konzentration von Triglyceriden im Blut. Hypertriglyceridämien kommen häufig beim Typ 2-Diabetiker vor.
Hypoglykämie
Unterzuckerung, Absinken des Blutzuckers unter Normalwerte.
IDF
Internationale Diabetes Föderation: Die Aufgabe der Internationalen Diabetes Föderation ist die Zusammenarbeit mit ihren über 180 Mitgliedsorganisationen mit dem Ziel, das Leben von Menschen mit Diabetes zu verbessern.

Aktivitäten der IDF zielen auf eine verbesserte Wahrnehmung des Diabetes, auf eine Bereitstellung von Diabetesschulung und auf eine Verbesserung der Standards von Behandlung und Versorgung.
Insuffizienz
Eingeschränkte Funktionsfähigkeit eines Organs
Insulinresistenz
Unvermögen der Zellen, auf Insulin zu reagieren
Intima
Innerste Schicht der Gefäßwand
Ischämie
Unterversorgung mit Blut
KHK
Koronare Herzkrankheit (siehe dort)
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Erkrankung, bei der die Herzkranzgefäße (Koronarien) verengt oder blockiert sind und eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff besteht. Eine KHK kann stumm verlaufen oder unter dem Bild der Angina pectoris bzw. des Herzinfarktes (siehe jeweils dort).
Koronarsyndrom, akutes
„Herzanfall“, bedingt durch eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße (Koronarien), die zur Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff führt.
Leber
Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan des Organismus. Als größte Drüse des menschlichen Körpers nimmt sie zentrale Aufgaben im Zucker-, Eiweiß- und im Fettstoffwechsel wahr.

Den Fettstoffwechsel betreffend besteht die Aufgabe der Leber unter anderem in der Bildung und dem Abbau von Fettsäuren und Triglyceriden, Lipoproteinen und von Cholesterin (siehe jeweils dort).
LDL, HDL, VLDL
Low-Density, High-Density-, Very-Low-Density-Lipoproteins: Transportproteine für Cholesterin mit unterschiedlicher Bedeutung für die Atherosklerose-Entstehung
Lipidsenker
Lipidsenker sind Medikamente, die Blutfettwerte regulieren und immer erst nach einer Ernährungsumstellung eingesetzt werden. Als Lipidsenker werden verschiedene Substanzgruppen eingesetzt, wie z. B. Fibrate, CSE-Hemmer und Anionenaustauscher (siehe jeweils dort). Diese unterscheiden sich unter anderem dadurch, dass sie die einzelnen Blutfettwerte in unterschiedlichem Ausmaß beeinflussen.
lipophil
Fettlöslich
Lipoproteine
Lipoproteine sind Fett-Eiweiß-Verbindungen („Lipo-“ = Fett und „-protein“ = Eiweiß). Sie enthalten – neben weiteren Bestandteilen – in unterschiedlichen Anteilen Triglyceride und Cholesterin sowie Eiweiß.

Zu den Lipoproteinen gehören VLDL, LDL und HDL (siehe dort).

Lipoproteine haben einen kugelförmigen Aufbau: Der Kern besteht unter anderem aus Triglyceriden, an der Oberfläche befinden sich weitere Lipide, das zu transportierende Cholesterin und die so genannten Apolipoproteine.
metabolisch auf den Stoffwechsel (Metabolismus) bezogen
Metabolisches Syndrom Nach der Definition des NCEP ATP III (siehe dort) von 2005 müssen für das Vorliegen des Metabolischen Syndroms 3 der folgenden 5 Risikofaktoren zutreffen:

• Erhöhte Triglyceride
• Erniedrigtes HDL-Cholesterin
• Erhöhter arterieller Blutdruck
• Erhöhter Nüchternblutzucker
• Intra-abdominale Adipositas

Dabei ist die intra-abdominale Adipositas ein variables, aber kein zwingendes Kriterium. Unter intra-abdominaler Adipositas wird überschüssiges Fettgewebe im Bauchraum verstanden.
Myokardinfarkt
Herzinfarkt (siehe dort)
Myokardischämie
Verminderung oder vollständige Unterbrechung der Durchblutung eines Herzmuskelareals. Bei anhaltender Ischämie (siehe dort) resultiert ein Herzinfarkt.
NCEP ATP III
National Cholesterol Education Program, Adult Treatment Panel Report III: Legt weltweit anerkannte Richtlinien für Blutfettwerte fest.
Nekrose
Gewebsuntergang z. B. nach Gefäßverschluss
Pankreas
Bauchspeicheldrüse
parenteral
unter Umgehung des Verdauungstrakts
Pathogenese
Krankheitsentstehung
pAVK
Periphere arterielle Verschlusskrankheit oder auch „Schaufensterkrankheit“. Die pAVK wird ausgelöst durch eine ungenügende Durchblutung der peripheren Arterien (insbesondere der Beinarterien).

Betroffene Patienten bleiben beim Gehen öfter vor Schaufenstern stehen, um das Nachlassen der Schmerzen abzuwarten. Daher wird die pAVK auch „Schaufensterkrankheit“ genannt.
postprandial
Nach der Nahrungsaufnahme
Proteasen
Eiweißspaltende Enzyme
PTCA
Perkutane transluminale Koronarangioplastie. Einführen eines Katheters durch die Haut (perkutan) in eine Arterie (meist in der Leiste), Vorschieben des Katheters bis zum Herzen/Koronarien (transluminal), Erweiterung der koronaren Engstelle durch einen Ballonkatheter (Angioplastie).
Reboundeffekt Rasches, verstärktes Wiederauftreten einer behandelten Erkrankung, z. B. nach plötzlichem Therapieabbruch.
Re-Vaskularisation Wiedereröffnung eines Blutgefäßes bzw. Einsprossung von Kapillaren in ein nicht durchblutetes Gewebe
Retinopathie Die Retinopathie als Komplikation des Diabetes mellitus führt zu Veränderungen der Netzhaut (Retina) des Auges.

Ursächlich sind sowohl Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen (Mikroangiopathie) als auch Gefäßneubildungen, die Blutungen der Netzhaut und Netzhautablösungen begünstigen.

Folge sind Sehstörungen bis zur völligen Erblindung. Eine schlechte diabetische Stoffwechselführung, Bluthochdruck und Rauchen verschlechtern den Verlauf der diabetischen Retinopathie.
RR RR wird als Abkürzung nach dem Italiener Scipione Riva-Rocci für die Bedeutung „Blutdruck“ verwendet. Riva-Rocci entwickelte ab 1890 in Turin einen Vorläufer heutiger Blutdruckmessgeräte.
Statin Statine zählen zu den so genannten CSE-Hemmern (siehe dort).
STD Standard-Diät
Stenose Verengung, Enge, Einengung von Hohlorganen oder Gefäßen
Stent Gefäßimplantat zum Offenhalten nach Aufdehnung
Striktur Hochgradige Verengung
subakut Weniger heftiger Krankheitsverlauf als bei akuter Form
subkutan Injektion unter die Haut (von lat. sub = unter, cutis = Haut)
Sympathikus Teil des vegetativen Nervensystems, welches für die Regelung der unbewussten Lebensfunktionen zuständig ist. Der Sympathikus aktiviert Stoffwechselprozesse zur Energiegewinnung.
TG Triglyceride (siehe dort)
Thrombus Blutgerinnsel
Triglyceride Triglyceride bezeichnen das eigentliche Blutfett oder auch Neutralfett. Sie bestehen aus Glycerin, an das gesättigte und ungesättigte Fettsäuren gebunden sind.

Als Unterklasse der Lipide sind die Triglyceride mit ihren drei Fettsäuren die wichtigsten Energieträger in der Nahrung und die größten Energiespeicher im Fettgewebe.
Vaskulitis Entzündung eines Blutgefäßes
Viszeral Die Eingeweide betreffend
VLDL, LDL, HDL Very-Low-Density-, Low-Density, High-Density-Lipoproteins: Transportproteine für Cholesterin mit unterschiedlicher Bedeutung für die Atherosklerose-Entstehung

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